Die Präsenz der brasilianischen Literatur auf dem deutschsprachigen Buchmarkt zwischen 1993 und 2013

Freie Universität Berlin, 2010–2013

Die Fäden zwischen brasilianischer Literatur und ihrer Vermittlung in deutschsprachigen Ländern sind oft kaum sichtbar. Sie existieren jedoch: Manchmal sind sie gerissen, zeigen dann jedoch wieder eine starke und enge Verbindung über den Atlantik hinweg. Die Spannungen dieser fließenden Bewegung, die zur Dynamik der Rezeption jeder Kultur gehört, erwecken Interesse, weswegen sie hier im Fokus stehen. Dieses Projekt umfasst vor allem Neuerscheinungen von Romanen in einem Zeitraum von zwanzig Jahren, ungefähr von Juli 1993 bis Juli 2013.

Die Entscheidung für diesen Zeitabschnitt lässt sich einfach begründen: Erstens die Frankfurter Buchmessen mit Schwerpunkt Brasilien 1994 und 2013, zweitens der Mangel an neueren akademischen Forschungen, die eine Verbindung zwischen literarischen und geschäftlichen Perspektiven beinhalten. Die wenigen letzten Beiträge darüber sind bis kurz vor der Jahrhundertwende erschienen, danach herrschte ein seltsames Schweigen.

Im deutschsprachigen Raum war die Rezeption brasilianischer Literatur fast immer mit dem Oberbegriff Lateinamerika verbunden, was schon ein Problem darstellte. Brasilien musste sich erst aus dieser unmittelbaren Assoziation lösen, um sich dann mit seiner eigenen Literatur durchzusetzen, die gar nichts mit den typischen Merkmalen der hispanoamerikanischen Literatur, wie z. B. dem realismo mágico, zu tun hat. Außerdem erlebte der sogenannte lateinamerikanische Boom in den 1990er Jahren schon einen Rückgang, was letztendlich auch Brasilien mit hineinzog. Ein historischer Blick ermöglicht Überlegungen zum aktuellen Forschungsstand der Brasilienstudien.

Betreuung: Prof. Dr. Susanne Klengel

Fach: Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

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